
© and Nancy says
Im 20. Jahrhundert noch galt der Hut als Statussymbol und gab über den Wohlstand der Trägerin Auskunft. Augenmerk wurde hier auf die Einzigartigkeit des Hutes gelegt. Je größer und geschmückter dieser daher kam, desto mehr Achtung konnte sich die Dame sicher sein.
Bis zur Jahrhundertwende waren die Hüte riesig und mit Federn, Kokarden oder Vögeln aufgeputzt. Um 1908 wurden die Hüte zu gigantischen Wagenrädern, üppig dekoriert mit Bändern und Blumen.
In den 1920er Jahren wurden die Kopfbedeckungen kleiner und schlichter. Die Kurzhaarfrisur wie der Bubi wurde von den schmalen Toques (Schiffchenhüten) nicht einmal mehr bedeckt.
Seit den 50er Jahren hat die Hutetikette viel an Prestige eingebüßt. Viele Modemacher versuchten mit groß angelegten Kampagnen, das Revival der Kopfbebedeckung wieder einzuläuten – vergebens.
Ende der 60er Jahre sah man in der Hippieära viele Kopftücher und Leder- und Strohhüte. Das war dann aber eher der Abgesang auf die feine Hutmode.
Nur noch beim königlichen Pferderennen in Ascot stehen die Damen niemals unbehütet da. Dort herrscht jährlich ein Wetteifern um die extravaganteste Hutkreation. Die Herren tragen meist einen grauen Zylinder zum Cut.
Ich persönlich finde es schade, dass der Hut irgendwie out ist. Die Menschen sahen früher damit eleganter, stilvoller und "angezogener" aus. Außerdem ist er so praktisch: Wenn die Frisur mal nicht so sitzt wie eigentlich geplant, die Zeit zum Stylen fehlt oder die morgendliche Wäsche auf den Abend fällt etc.
Ich jedenfalls verzichte nicht auf meine Mützen und Hüte. Ob im Sommer oder Winter, sie sind mein häufiger Wegbegleiter. Immer wieder weiß ich sie besonders bei Wind zu schätzen. Langhaarige kennen es: Ständig weht eine Brise einem die Strähnen ins Gesicht, andauernd streicht man das Haar wieder zurück an seinen eigentlichen Platz oder klemmt es (zumeist wenig schmeichelhaft) hinter die Ohren. Mit einem Hut aber sind sie prima fixiert!